„Die Zukunft ist offen. Handeln wir also so, als ob noch alles möglich wäre!“
Hans-Peter Dürr
Big History
Wenn man die Geschichte der Menschheit lehren möchte, muss man die Geschichte von allem lehren
Um die Geschichte der Menschheit zu verstehen, müssen wir begreifen, wie sich eine so seltsame Art entwickelte, das heißt, wir müssen etwas über die Entwicklung des Lebens auf dem Planeten Erde erfahren, das heißt, wir müssen etwas über die Entwicklung des Planeten Erde erfahren, das heißt, wir müssen etwas über die Entwicklung von Sternen und Planeten erfahren, und das heißt letztlich, wir müssen etwas über die Entwicklung des Universums erfahren. David Christian, Big History
In Big History erzählt David Christian eine neue spannende Ursprungsgeschichte der Menschheit, die mit dem Urknall beginnt. Mehr dazu im BLOG
Evolutionär und Integral
Wir wollen die Welt und uns Menschen aus einer integralen Perspektive immer besser verstehen lernen. Integral bedeutet, dass unser Ansatz möglichst umfassend, ausgewogen und offen für Entwicklung sein soll. Deshalb sind für uns sowohl naturwissenschaftliche, als auch sozial- und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse und Perspektiven wichtig. Umfassend bedeutet auch, sowohl westliche als auch östliche Weltsichten zu berücksichtigen, sowie wissenschaftliches Denken und spirituelle Einsichten.
Unsere Situation
In weiten Bereichen unseres Planeten hat die industriell geprägte Lebensweise der Moderne die traditionellen meist agrarisch bestimmten Kulturen abgelöst. Die Moderne hat große Errungenschaften hervorgebracht, wie die Freiheit des Individuums und das wissenschaftlich-rationale Denken und Handeln. Sie hat den Lebensstandard und die Zukunftschancen vieler Menschen entscheidend verbessert und eine atemberaubende den Planeten umspannende technologische Evolution in Gang gesetzt. Elektronische Medien und das weltweite Internet ermöglichen ein nie dagewesenes Maß an Information und Kommunikation zwischen allen Menschen und wirken entscheidend mit am Entstehen des Bewusstseins für eine universale Menschheit.
Auf der anderen Seite hat besonders mit der westlichen Aufklärung und im Gegensatz zur indigenen Kulturalität ein Prozess der Trennung von Mensch und Natur eingesetzt, der zu einem problematischen dualistischen Weltbild führte, das die Natur vornehmlich als auszubeutendes Objekt wahrnahm.
Die gewaltige technologische Potenz und ihre globale Expansionskraft bedrohen in dramatischer Weise die natürlichen Lebensgrundlagen unserer Existenz und das Leben selbst. Durch die Freisetzung von in der Erdkruste eingelagerten fossilen Energieträgern seit der industriellen Revolution vollzieht sich ein Klimawandel, der die Lebensverhältnisse auf unserem Planeten entscheidend zu verändern droht und verändern wird. Deshalb halten wir den Klimaschutz für ein zentrale Menschheitsaufgabe.
Wir unterstützen Ideen und Projekte, die am besseren Leben aller Menschen unseres Planeten orientiert sind und auf eine am Leben orientierte ökologische und humane Erneuerung und Weiterentwicklung der Moderne setzen.
Unser Weltbild ist entscheidend vom Begriff der Evolution geprägt. Darunter verstehen wir einen 3-teiligen Entwicklungsprozess, der mit dem Urknall beginnend den ganzen Kosmos umfasst und der zur Entstehung von Galaxien und Planeten führte (kosmische Evolution), zum Entstehen biologischer Organismen (biologische Evolution), und der auf dem Planeten Erde schließlich zu einer sich ihrer selbst bewusst werdenden Spezies Mensch führte (kulturelle Evolution). Die von Anfang an existierenden Prinzipien der Evolution führten in dem seit Milliarden von Jahren sich vollziehenden Prozess auf lange Sicht zu immer komplexeren Einheiten höherer Ordnung und Einheit:
Von den Elementarteilchen zu Atomen und Sternen, zu Molekülen, zu Zellen, vielzelligen Lebewesen, zu Sprache und selbst-reflexivem Bewusstsein.
Die drei Phasen der Evolution
Kosmische Evolution
Biologische Evolution
Kulturelle Evolution - Eine der Theorien, wie sich kulturelle Evolution vollziehen könnte, ist die Spirale der Entwicklung nach dem Modell von Spiral Dynamics.
Diese strukturellen Integrationsprozesse haben zu immer umfassenderen, komplexeren materiellen und geistigen Strukturen geführt. Die wesentlich vom amerikanischen Philosophen Ken Wilber entwickelte Integrale Theorie vertritt die These, dass diese evolutionären Grundprinzipien auch auf der Ebene der menschlichen intellektuellen und kulturellen Evolution wirken und zum Wandel von Bewusstseinsebenen, Weltsichten und Wertesystemen führen und zwar auf individueller und kollektiver Ebene.
Hier dazu die Vostellungen des Integralen Philosophen Steve McIntosh
im BLOG.
Und hier anschließend die Gedanken des Religionsphilosophen Ewert Cousins, wie sich das menschliche Bewusstsein und unser Werteempfinden weiterentwickeln sollte, um menschliche Weiter-Existenz zu gewährleisten:
Denkanstoß aus evolve 44
"In dieser zweiten Achsenzeit müssen wir die Bewusstseinsdimensionen der Spiritualität der Urvölker aus der Vorachsenzeit wiederentdecken. Wie wir gesehen haben, war dieses Bewusstsein kollektiv und kosmisch, verwurzelt in der Erde und den Lebenszyklen. Wir müssen uns diese Form des Bewusstseins schnell aneignen - oder von der Erde verschwinden. Ich plädiere aber nicht für den romantischen Versuch, in der Vergangenheit zu leben, sondern vielmehr dafür, dass die Evolution des Bewusstseins durch Rekapitulation fortschreitet.
Nachdem wir in der ersten Achsenzeit ein selbstreflektierendes, analytisches und kritisches Bewusstsein entwickelt haben, müssen wir uns nun, unter Beibehaltung dieser Werte, die kollektiven und kosmischen Dimensionen der Vorachsenzeit wieder aneignen und in dieses Bewusstsein integrieren. Wir müssen die Einheit des Stammesbewusstseins wiedererlangen, indem wir die Menschheit als einen einzigen Stamm betrachten. Und wir müssen diesen einzigen Stamm in seiner organischen Beziehung zum gesamten Kosmos betrachten.
Das bedeutet, dass das Bewusstsein des 21. Jahrhunderts in zweierlei Hinsicht global sein wird: (1) Aus einer horizontalen Perspektive betrachtet, begegnen Kulturen und Religionen einander auf der Oberfläche des Globus, wo sie in schöpferische Begegnungen eintreten, die ein komplexeres kollektives Bewusstsein hervorbringen; (2) aus einer vertikalen Perspektive betrachtet, müssen sie ihre Wurzeln tief in die Erde treiben, um eine stabile und sichere Basis für die zukünftige Entwicklung zu schaffen. Dieses neue globale Bewusstsein muss organisch-ökologisch sein und von Strukturen getragen werden, die Gerechtigkeit und Frieden gewährleisten. In der zweiten Achsenzeit ist dieses doppelte globale Bewusstsein nicht nur eine kreative Möglichkeit, das 21. Jahrhundert zu bereichern, sondern auch eine absolute Notwendigkeit, wenn wir überleben wollen."
Denkanstoß aus evolve 44
Ewert Cousins "The Nature of Faith in Interreligious Dialogue"